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Alternative zu Exchange: grammm bringt Linux-Groupware

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Die Open-Source-Software aus Wien bündelt die Kommunikationswege proprietärer Plattformen wie Outlook mit Fokus auf EU-Datenschutz und Privatsphäre.


    Alternative zu Exchange: grammm bringt Linux-Groupware

(Bild: akedesign/Shutterstock.com)

Update iX Magazin Von

  • Silke Hahn

Die grammm GmbH aus Wien hat eine gleichnamige Open-Source-Plattform für Unternehmenskommunikation veröffentlicht. grammm bietet einen digitalen Arbeitsplatz mit Schnittstellen zu gängigen proprietären sowie quelloffenen Programmen und soll verteilte Kommunikationswege bündeln. Laut Anbieter ist die Plattform eine datenschutzkonforme europäische Alternative zu proprietären Softwaresuiten aus anderen Rechtsräumen. Sie umfasst E-Mail, Kalender, Videokonferenzen, Chat, gemeinsamem Datenzugriff und integrierte Apps für die Kommunikation und Zusammenarbeit.

Die Wiener betonen in ihrer Ankündigung, dass die Software "die erste voll funktionsfähige OutlookAnywhere- und MAPI/HTTP-Implementierung" biete. Version 2021.02 soll bereits kompatibel mit Microsoft Outlook sein und unterstützt unter anderem die Protokolle von Microsoft Exchange. grammm mit drei "m" steht als Akronym für den Firmenslogan "groupware and much, much more". Die Software steht ab sofort als kostenloser Download bereit, bis zu fünf Nutzer können die Community-Version frei verwenden. Größeren Gruppen bietet das Start-up eine kommerzielle Ausgabe mit Support.

Die Codebasis der Plattform ist in C++ geschrieben, ihre angeschlossenen Komponenten unterstützen RPC (Remote Procedure Call) über das HTTP-Protokoll sowie die zentralen Schnittstellen gängiger Groupware: IMAP, POP3, SMTP, EAS (Exchange ActiveSync), EWS (Exchange Web Services), CalDAV und CardDAV.


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Im Cockpit: das Admin-Interface von grammm (in der öffentlichen Demoversion nicht sichtbarer Teil der Software)

(Bild: grammm GmbH)

Durch die Implementierung der nativen Exchange-Protokolle ist bei grammm dem Anbieter zufolge kein Plug-in notwendig: Microsoft Outlook "spricht" mit der Software wie mit einem Exchange-Server von Microsoft. Details hierzu stehen im Bereich Architektur auf der grammm-Website. Auch Zugriff über einen Webbrowser sei möglich. Der Ankündigung zufolge soll die Plattform in produktiven Installationen etwa ein Fünftel der Reaktionszeit vergleichbarer Microsoft-Exchange-Umgebungen benötigen.

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Anwender sollen grammm in ihre bestehenden Umgebungen integrieren und mit zahlreichen Clients unmittelbar einsetzen können: Microsoft Outlook, macOS und iOS, Mozilla Thunderbird, Android, grammm Web und Microsoft Windows Mail sollen sich dabei beliebig kombinieren lassen. Dank des des Exchange-Cache-Modus können Nutzerinnen und Nutzer offline weiterarbeiten, sobald wieder eine Internetverbindung besteht, synchronisiere die Plattform die Daten automatisch. grammm unterstützt Exchange ActiveSync, wodurch Konten geräteübergreifenden Zugriff auf ihre Daten und auf gemeinsam genutzte öffentliche Ordner haben.


    Alternative zu Exchange: grammm bringt Linux-Groupware

Benutzeroberfläche in der Demo-Version: Microsoft Outlook "spricht" mit grammm wie mit einem Exchange-Server.

(Bild: grammm GmbH)

Benutzerbezogene Daten werden dem Unternehmen zufolge pro Nutzer und stets End-to-End-verschlüsselt gespeichert. Den Speicherort für die Kommunikationsdaten können Nutzer selbst festlegen: auf dem eigenen Server oder bei einem selbst gewählten Hosting-Anbieter. Auf der Website von grammm gibt es eine Demo-Installation: Interessierte sollten per Outlook, Thunderbird, macOS Mail, Mobiltelefon oder im Browser darauf zugreifen können, ohne zusätzliche Software zu installieren. Zum Ausprobieren gibt man die auf der Website zufallsgenerierten Log-in-Daten für den Testzugang bei der Demo-Plattform ein.


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Mailoberfläche in der Demoversion von grammm mit einem zufallsgenerierten Nutzerprofil

(Bild: grammm GmbH)

Laut Roadmap des Entwicklerteams soll im August 2021 das nächste Release erscheinen. Dafür ist weitere Unterstützung von Linux-Distributionen geplant, außerdem sollen native Apps und eine Erweiterung der Admin-Oberfläche hinzutreten.

Linux statt Windows


    Alternative zu Exchange: grammm bringt Linux-Groupware

Wer sich für Alternativen zu Microsoft Exchange interessiert, kann auf eine Reihe von kostenpflichtigen und kostenlosen Alternativen zurückgreifen. Die Repositories von gramm sind auf GitHub einsehbar.

[Update-Hinweis vom 27.02.21: GitHub-Link ergänzt.]


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(sih)

Quelle: www.heise.de

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