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Debian GNU/Linux: Zukunft des Cinnamon-Desktops (vorerst) gesichert

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Dem beliebten Cinnamon-Desktop drohte kurzzeitig das aus, weil der Betreuer selbst einen anderen Desktop nutzt. Mittlerweile wird das Projekt weitergeführt.


    Debian GNU/Linux: Zukunft des Cinnamon-Desktops (vorerst) gesichert


    Debian GNU/Linux: Zukunft des Cinnamon-Desktops (vorerst) gesichert

Für den Cinnamon-Desktop sah es in Debian kurzfristig finster aus. Doch nun haben sich neue Paketbetreuer gefunden.

Von

  • Martin Loschwitz

Debian GNU/Linux lebt traditionell vom Engangement seiner Entwicklerinnen und Entwickler. Viele Pakete werden mittlerweile in Teams verwaltet – Projekte wie KDE oder GNOME wären ob ihrer Größe anders auch gar nicht sinnvoll handzuhaben. Für andere Pakete sind bis heute Einzelne verantwortlich.

Dem allseits beliebten, aus Linux Mint stammenden Cinnamon-Desktop wäre das um ein Haar zum Verhängnis geworden. Wie der aktuelle Paketbetreuer Norbert Preining in seinem Blog bekannt gab, pflegt er den Desktop für Debian aktuell zwar noch. Preining selbst jedoch nutzt laut eigener Aussage bereits seit einigen Monaten KDE und engagiert sich mittlerweile auch im Team, das KDE für Debian in Pakete verpackt und bereitstellt. Zeit für Cinnamon wolle er deshalb nicht mehr aufwenden.

Auf die kommende stabile Version von Debian ("Bullseye") hätte sich das noch nicht dramatisch ausgewirkt: Dieser wird Cinnamon in Version 4.8.6 beiliegen. Zwar ist Anfang Juni bereits Cinnamon 5 erschienen – doch "Bullseye" befindet sich schon längst im "Feature Freeze". Cinnamon 5 hätte es also ohnehin nicht in die neue Version der Distribution geschafft, dazu hätte es viel früher erscheinen müssen. Und ist ein Paket erstmal Bestandteil eines stabilen Debian-Releases, sind Sorgen vorerst unbegründet. Denn allfällige Sicherheitsupdates spielt Debians Security-Team ein und Bugfixes landen nur im "stable"-Branch, falls es gar nicht anders geht.

Die Krux ist aber, dass die meisten Debian-Anwender auf ihren Desktops heute eher den "testing"-Zweig nutzen – weil dieser meist deutlich aktuellere Software bietet. Hätte sich für Cinnamon kein neuer Maintainer gefunden, wäre das Paket hier zeitnah rausgeflogen. Traditionell wird die Zeit unmittelbar nach dem Release einer neuen Version für heftige Umbauten genutzt, an die sich fast jedes Paket anpassen muss. Verwaiste Pakete fallen solchen größeren Transitionen regelmäßig zum Opfer. Cinnamon wäre in der übernächsten stabilen Debian-Version "Bookworm" dann allerdings auch nicht mehr enthalten gewesen.

Der Blogeintrag von Norbert Preining hat jedoch Wirkung gezeigt: Joshua Peisach und Fabio Fantoni haben sich auf der Debian-Mailingliste zu Cinnamon als Nachfolger für die Betreuung von Cinnamon angeboten. Sie wollen den Desktop künftig als Team betreuen. Insbesondere Peisach ist kein Unbekannter, pflegt er doch bereits den Cinnamon-Remix von Ubuntu und ist bei Ubuntu auch "Contributing Developer".

Eine formale Hürde muss das neue Maintainer-Gespann allerdings noch überwinden: Weder Peisach noch Fantoni sind aktuell formal "Debian Developer" oder "Debian Maintainer"; sie dürfen also keine Pakete in Debian hochladen. Doch das ist aller Voraussicht nach nur eine Formalie, weil Peisach die nötigen Fähigkeiten problemlos nachweisen können wird. Alternativ wäre auch denkbar, dass jemand aus der Debian-Gemeinschaft mit bereits existierenden Upload-Rechten die Pakete der beiden prüft und hochlädt. Wer Cinnamon auf Debian nutzen möchte, wird dazu aller Voraussicht nach auch künftig die Gelegenheit haben.

(bme)

Quelle: www.heise.de

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