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Konferenz CHI: Privatsphärenforschung – von Nutzeraufkärung bis Guerilla-Privacy

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Wir nehmen kaum noch wahr, wo und wie unsere Daten gesammelt werden. Forscher zeigen nun, wie Nutzer die Kontrolle über ihre Daten zurückerhalten können.


    Konferenz CHI: Privatsphärenforschung – von Nutzeraufkärung bis Guerilla-Privacy

(Bild: deepadesigns/Shutterstock.com)

Von

  • Karola Marky

Inhaltsverzeichnis

  1. Konferenz CHI: Privatsphärenforschung – von Nutzeraufkärung bis Guerilla-Privacy
    • Geräte sind überall – und damit Datenerfassung
    • Aufklärung über Datensammlung in der Umgebung
  2. Entscheidungsunterstützung und -kommunikation

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Die fortschreitende Digitalisierung stellt neue Herausforderungen an den Datenschutz der Nutzer. Aktuell werden in der Politik beispielsweise digitale Ausweise oder Impfpässe diskutiert, die zwar eine bessere Erreichbarkeit von Daten ermöglichen sollen, allerdings ebenfalls mögliche Einfallstore für potentielle Angreifer oder Unternehmen bieten, die Daten über die Nutzer sammeln möchten. Auf der bis letzte Woche stattfindenden internationalen Konferenz CHI war daher Datenschutz bei neuartigen Interaktionsmöglichkeiten ein zentrales Thema.

Eines der zentralen Ziele neuartiger Interaktionsmöglichkeiten ist Ubiquität, das Losgelöstsein von bestimmten Standorten. Heute interagieren wir zumeist mit offensichtlichen Geräten wie Smartphones oder Laptops, allerdings werden Computer zunehmend kleiner und in Alltagsgegenstände integriert. Dadurch verschwinden die offensichtlichen Geräte aus unserer Umgebung.

Im Kontext der Privatsphäre stellt Ubiquität eine besondere Herausforderung dar, weil Nutzer individuelle Vorstellungen von Privatsphäre haben. Das bedeutet, jeder sollte im Idealfall pro Gerät in seiner Umgebung eine Entscheidung treffen, ob personenbezogene Daten erfasst und verarbeitet werden dürfen. Aufgrund der steigenden Anzahl von Geräten ist dies im Alltag nicht realistisch, weshalb Nutzer Unterstützung brauchen.

In Szenarien mit wenigen Geräten ist es möglich, Nutzer vollständig über Datensammlung in ihrer Umgebung aufzuklären. Das Konzept PriView von Münchner Universitäten unterstützt Anwender in IoT-Umgebungen durch Augmented Reality: Sie können entweder ihr Smartphone oder ein sogenanntes Head-Mounted Display (ein in eine Brille integriertes Display) verwenden, um sich Datensammlungs-Informationen anzeigen zu lassen, indem sie sich in der Umgebung umschauen. PriView hat den Vorteil, dass die Umgebung, in der das entsprechende Gerät verbaut ist, nicht weiter angepasst werden muss. Allerdings müssen Nutzer selbst dafür Sorge tragen, das Konzept zu verwenden.


    Konferenz CHI: Privatsphärenforschung – von Nutzeraufkärung bis Guerilla-Privacy

Verschiedene Visualisierungsmöglichkeiten durch Augmented Reality

(Bild: PriView / Sarah Prange)

Andere deutsche Forschende stellten das Konzept EyeCam vor, das visuell auf Kameras in der Umgebung aufmerksam machen soll, indem es die Kamera hinter einem menschlich wirkenden Auge versteckt, welches in verschiedene Richtungen schauen und blinzeln kann. Das Konzept ist als eine Übertreibung gestaltet, um den Datenschutzdialog anzuregen. PriView und EyeCam zeigen ebenfalls, dass es ab einer bestimmten Geräteanzahl eine Herausforderung ist, Nutzer über alles zu informieren. Um diese anzugehen, wurden bereits in den vergangenen Jahren Lösungen für Software-basierte Privatsphäre-Assistenzsysteme vorgestellt.

Quelle: www.heise.de

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