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HP Reverb reddit

HP Reverb G2: VR-Headset mit 2160 × 2160 Pixel Auflösung pro Auge

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 Die Ankündigung der HP Reverb G2 hatte in der Virtual-Reality-Szene einen ganz schönen Hype angefacht: Für vergleichsweise günstige 700 Euro bietet sie PC-VR mit einer Auflösung von 2160 × 2160 Pixeln pro Auge. Nach einigen Monaten Verzögerung wird das Gerät nun ausgeliefert.

Sofort nach dem Aufsetzen fällt auf: Das Display der G2 ist über jeden Zweifel erhaben. Das Bild wirkt hell, klar und farbintensiv. Das HP-Headset nutzt die gleichen Linsen wie die teurere VR-Brille Valve Index, paart diese aber mit höher auflösenden LC-Displays – die Index zeigt nur 1440 × 1600 pro Auge. In Sachen Schärfe hat die G2 deshalb die Nase vorn, außerdem haben wir weniger Reflexionen festgestellt als bei der Index. Beim Flugsimulator Xplane lassen sich zum Beispiel die Anzeigen einer Cessna 172 problemlos ablesen, ohne sich nach vorne zu lehnen. Die G2 zieht allerdings beim Sichtfeld (Field of View, FoV) den Kürzeren: Während das Valve-Headset zu den Geräten mit dem größten FoV auf dem Markt gehört, bietet die HP G2 nur eine mittelmäßige Leistung: Das FoV ist ungefähr auf dem Niveau von Oculus Quest (2) und HTC Vive.

Gruselig guter Ton

Auch bei den Lautsprechern hat HP mit Valve zusammengearbeitet und die „Ear Speaker“ der Index übernommen. Diese richten das Audiosignal zum Ohr, ohne es zu berühren – das verhindert das von vielen Menschen als unangenehm empfundene „Eingeschlossensein“ bei geschlossenen Kopfhörern. Das Valve-Audiosystem funktioniert fast schon gruselig gut, bei Half-­Life: Alyx zuckten mehrere Kollegen zusammen, weil der Ton nicht wie Spielesound klang, sondern wie echt. Eine Klinkenbuchse zum Anschluss eines eigenen Kopfhörers gibt es anders als beim Vorgänger G1 nicht.

Den Tragekomfort der HP Reverb G2 empfanden wir als sehr gut, auch wenn statt eines – heutzutage eigentlich üblichen – komfortablen Drehrings zum Einstellen an die Kopfform fummelige Klettverschlüsse zum Einsatz kommen.

Die HP Reverb reddit nutzt die von Microsoft 2017 veröffentlichte Tracking- und Softwareplattform Windows Mixed Reality (WMR) – und leider auch Microsofts zugehörige Handcontroller. Im Vergleich zu den Controllern von Oculus oder Valve sind diese deutlich größer und schwerer – HP hat das Microsoft-Grunddesign zwar leicht verändert, aber mit der Konkurrenz können die Controller sich dennoch nicht messen. Das Kopf- und Handtracking nutzt vier im Headset eingebaute Kameras und benötigt deshalb keine externe Hardware. Das Ganze funktioniert okay, bei Oculus und Valve arbeitet das Tracking aber noch ein wenig stabiler.

Da es für die WMR-Plattform so gut wie keine native Software gibt, werden die meisten Menschen die G2 mit SteamVR nutzen. Leider lief die Steam-Integration im Test manchmal etwas unrund: Mehrfach ruckelte beispielsweise das Steam-­VR-Hauptmenü „Home“ so stark, dass es nicht mehr benutzbar war. Das Problem war mit einem Neustart der Brille aber immer behebbar. Allgemein benötigt man fürs Bespielen des G2-Headsets mehr Grafikpower als beispielsweise für die Oculus Rift S – schließlich müssen deutlich mehr Pixel berechnet werden. Im Test funktionierte Half-Life: Alyx mit einer RTX 2070 Super einigermaßen mit reduzierten Details, für Rundum-sorglos-Gaming braucht man eine stärkere Grafikkarte.

Fazit

Als Gesamtpaket gefällt uns die Valve Index mit den besseren Controllern etwas besser, dafür ist sie auch deutlich teurer und erfordert externe Tracking-Kästchen. Am flexibelsten (und preisgünstigsten) ist die Oculus Quest 2: Sie funktioniert als PC-Headset, arbeitet auf Wunsch aber auch komplett autark ohne Anschluss an den Rechner – allerdings erfordert sie einen Facebook-Account und ist (wahrscheinlich wegen Querelen mit dem Bundeskartellamt) in Deutschland nicht offiziell erhältlich. Wem bei VR vor allem Schärfe und Bildklarheit wichtig sind, kann aber getrost zur HP Reverb G2 greifen.

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