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„Pretty much everything“: Twitter-Alternative Gab gehackt, Inhalte abgegriffen

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Ein US-Leakportal ist in Besitz von so gut wie allen Daten des sozialen Netzwerks Gab. Das ist vor allem für Rechten beliebt und welcher Gründer wird grob.


    "Pretty much everything": Twitter-Alternative Gab gehackt, Inhalte abgegriffen

(Bild: Katya Rekina/Shutterstock.com)

Von

  • Martin Holland

Die vor allem bei Rechten und Rechtsextremen in den USA beliebte Twitter-Alternative Gab ist offenbar Opfer eines immensen Hacks geworden. Das berichtet das US-Magazin Wired, das von dem Leak-Kollektiv Distributed Denial of Secrets (DDoSecrets) Zugang bekommen hat. Bei dem liegen demnach etwa 70 Gigabyte an Daten. Dabei handle es sich um "so ziemlich alles", behauptet die DDoSecrets-Gründerin Emma Best, darunter nicht nur öffentliche Einträge und Profile, sondern auch (gehashte) Passwörter und private Nachrichten zwischen Nutzern und in geschlossenen Gruppen. Lediglich Fotos und Videos seien in der Datensammlung, die gegenwärtig nur ausgewählten Journalisten und Forschern angeboten werde, nicht enthalten.

Gab war 2016 von Andrew Torba gegründet worden, der das Netzwerk als einen Hort für die freie Meinungsäußerung ohne Grenzen bezeichnete. Er hatte beklagt, dass gängige soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter konservative Ansichten zensierten. Wie ähnliche Plattformen, die absolute Meinungsfreiheit versprachen, zog Gab rasch auch rechtsradikale Online-Größen an, die von anderen Social-Media-Plattformen vor die Tür gesetzt worden waren. Kritiker monieren schon länger, dass die auf dem Portal gewährte Redefreiheit oft in Hassrede und Terrorpropaganda umgeschlagen sei. Im Oktober 2018 hatte der Hoster den Stecker gezogen, Gab kam aber wieder online. Zuletzt gab es immer wieder technische Schwierigkeiten.

Wie Wired nun erläutert, hat DDoSecrets die Daten von einem anonymen Hacktivisten bekommen, der sich als "JaXpArO and My Little Anonymous Revival Project" bezeichnet habe, Verbindungen zum Hackerkollektiv Anonymous aber widersprochen habe. Der habe eine Schwachstelle im Code von Gab ausgenutzt, um die Daten mittels SQL Injection aus dem Backend abzugreifen. Nachdem Torba von Wired auf den Einbruch aufmerksam gemacht wurde, versicherte der in einem Blogeintrag, die Lücke bereits gepatcht zu haben. Außerdem behauptete er, die Reporter von Wired würden dem Hacker wohl bei seinem Angriff helfen, um dem Portal und dessen Nutzern zu schaden. Später habe er eingestanden, dass tatsächlich Daten abgegriffen wurden, schreibt Wired. Gegenüber Emma Best wurde er ausfallend.

Die umfangreiche Datenableitung von Gab ist nicht der erste solche Vorgang in diesem Jahr: Schon bei dem ebenfalls bei Rechten und Rechtsextremen beliebten sozialen Netzwerk Parler hatten Internetaktivisten Daten abgegriffen. In einer koordinierten Aktion hatten sie ungefähr 70 Terabyte heruntergeladen, bevor das Portal Mitte Januar vorübergehend offline gegangen war. Experten hatten die unter anderem auf Bezüge zum Angriff auf das US-Kapitol untersucht. Die Gab-Daten seien nun "extrem wichtig, um kürzliche und aktuelle Ereignisse zu verstehen", schreibt DDoSecrets. Eine erste oberflächliche Analyse zeig, dass Gab nach Trumps Sperrung auf Twitter und der Sperre von Parler viele Nutzer gewonnen hatte. Der ehemalige US-Präsident hat auf Gab einen eigenen Account. Aus Datenschutzgründen würde das Archiv gegenwärtig nicht öffentlich gemacht, heißt es weiter.

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(mho)

Quelle: www.heise.de

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