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TIOBE-Index nimmt Programmiersprachen-Eigenschaften ins Ranking auf

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Der TIOBE-Index erhält neue Features. Kohlenstoff hat Java Rang 1 umher, sonst ist wenig los in den oberen Rängen. Aufsteiger sind unter anderem Groovy und Delphi.


    TIOBE-Index nimmt Programmiersprachen-Eigenschaften ins Ranking auf

(Bild: Sashkin/Shutterstock.com)

Developer Von

  • Silke Hahn

Der monatlich erscheinende TIOBE Programming Community Index soll künftig neue Parameter bei der Einstufung der Popularität von Programmiersprachen berücksichtigen. Geplant ist offenbar das Tracking der Eigenschaften von Sprachen wie deren Paradigmen (beispielsweise funktional oder objektorientiert) und Typensysteme (wie statisch, dynamisch oder schwach typisiert). Bei der Aufschlüsselung dieser Eigenschaften will TIOBE sich laut Paul Jansen, dem CEO von TIOBE Software, auf Wikipedia beziehen, und der Index soll auch die Nachfrage nach Spracharten unter die Lupe nehmen.

Bei der aktuellen Monatsausgabe, die auf den März 2021 zurückschaut, kommen die angekündigten Neuerungen noch nicht zum Tragen. In den Top Ten ist im Vergleich zum Vorjahresmonat wenig Bewegung gewesen: C hat Java von Platz 1 auf Platz 2 verdrängt, im Vorjahr (März 2020) war die Reihenfolge umgekehrt. C hat bei den Ratings um 1 Prozent zugelegt, während Java 7 Prozent eingebüßt hat. Die Assembly Language ist von Platz 12 auf Platz 9 hochgeklettert, Classic Visual Basic stieg von Rang 18 auf Rang 12. Etwas mehr Bewegung verzeichnen Delphi und Object Pascal, die im Vorjahresvergleich von Platz 20 auf Platz 14 aufstiegen. Den größten Aufstieg legte Groovy hin, das von Rang 36 (März 2020) auf Rang 15 im aktuellen Index kletterte (das entspricht einem Zuwachs um rund 1 Prozent bei den Ratings – in den unteren Rängen liegen die ausgewerteten Sprachen dichter beieinander).

Aussagekräftiger ist womöglich ein Blick in die Langzeittrends seit 2001 (dem Gründungsjahr des Rankings). Hier zeigt sich deutlicher ein langfristig leichter Abwärtstrend bei Java, C hat sich nach einem Einbruch in den Jahren 2016-2018 auf hohem Niveau gefangen und Python hat den deutlichsten Aufwärtstrend seit 2018. Einen Abwärtstrend gab es bei C++, das vor rund 20 Jahren an dritter Stelle rangierte und nun recht stabil (aber auf niedrigerem Niveau) seit längerem Rang 4 einnimmt. PHP erlebte laut TIOBE-Index zwischen 2005 und 2010 eine Hochphase (teils lag es an dritter Stelle knapp vor C++), scheint im Langzeittrend aber kontinuierlich im Sinkflug zu sein und liegt nun etwa gleichauf mit Visual Basic, SQL und JavaScript (aufgrund der unterschiedlichen Einsatzgebiete dieser Sprachen dürfte der Vergleich hier weniger sinnvoll sein).


    TIOBE-Index nimmt Programmiersprachen-Eigenschaften ins Ranking hinauf

Vogelperspektive: TIOBE-Index 2001 bis 2021

(Bild: TIOBE)

TIOBE misst die Popularität von Programmiersprachen anhand von Suchmaschinenergebnissen, wobei jeweils 25 Suchmaschinen mit den aussagekräftigsten Ergebnissen Berücksichtigung finden. Die Suchmaschinen und auch die Programmiersprachen müssen bestimmte Kriterien erfüllen, um sich für die Auswertung zu qualifizieren. So müssen die Sprachen über einen eigenen Wikipediaeintrag verfügen, aus dem klar hervorgeht, dass es sich um eine Programmiersprache handelt (Excel, Ruby on Rails und Android fallen deshalb raus). Die Sprache muss "Turing-vollständig" sein (HTML und XML erfüllen das Kriterium nicht), und sie muss mindestens 5000 Suchergebnisse aufweisen, wenn man bei Google nach +"<Sprache> programming" sucht. Sprachen, die über keinen eigenen Eintrag bei Wikipedia verfügen, sondern die auf eine andere Sprache verweisen, erfasst der Index nicht separat.


    TIOBE-Index nimmt Programmiersprachen-Eigenschaften ins Ranking hinauf

TIOBE-Index für März 2021

(Bild: TIOBE)

Das Ranking errechnet sich nach der Formel "Suchergebnisse (hits) pro Programmiersprache (PL) bei der Suchmaschine (SE), geteilt durch die Anzahl der Suchergebnisse bei dieser Suchmaschine", wobei die Rankingwerte für jede verwendete Suchmaschine addiert werden. Das Ergebnis teilen die TIOBE-Analysten durch die Anzahl (n) der berücksichtigten Suchmaschinen: (hits(PL,SE1)/hits(SE1) + … + hits(PL,SEn)/hits(SEn))/n. In die Gewichtung fließt darüber hinaus die Zahl der in dieser Sprache ausgebildeten Fachleute weltweit ein, das Angebot an Kursen und die Anzahl kommerzieller Anbieter rund um die Sprache (als Teil ihres Ökosystems).

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Kritiker halten die Datengrundlage nicht für aussagekräftig im wissenschaftlichen Sinne. Die Herausgeber schränken selbst ein, dass der TIOBE-Index Trends aufweist und dass es hier nicht um "die beste Programmiersprache" gehe. Auch gibt der Index nicht an, in welcher Sprache etwa die meisten Zeilen Code verfasst werden. Entwicklerinnen und Entwickler können den Index aber nutzen, um zu vergleichen, ob ihre Programmierkenntnisse auf dem neuesten Stand sind und wo gemäß den Trends strategische Entscheidungen für oder gegen eine Sprache zu verorten sind. Wer sich für solche Rankings interessiert, sollte zum Vergleich beispielsweise auch die vierteljährlichen Statistiken von RedMonk hinzuziehen, die auf anderen Kriterien fußen. So berücksichtigt RedMonk etwa die Pull Requests bei GitHub und die Diskussionsdichte bei StackOverflow und kommt oft zu etwas anderen Ergebnissen als TIOBE.

(sih)

Quelle: www.heise.de

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