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Samsung Q950T

Samsungs 8K-Fernseher Q950T kommt ausgesprochen schick daher

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 Das rahmenlose Display des 65-zölligen GQ65Q950T ist vorn und hinten komplett plan, was sehr elegant wirkt. Das ist auch der One Connect Box zu verdanken, in die Samsung sämtliche Anschlusselektronik ausgelagert hat. Von der Box transportiert ein semitransparentes Kabel sowohl die Videodaten als auch den Strom zum TV – der Hersteller nennt das In­visible Cable. Samsungs minimalistische Smart Remote ist für alltägliche Dinge wie das Wechseln der Programme oder Regeln der Lautstärke konzipiert und hält Direkt­tasten für Netflix, Amazon Prime Video und Rakuten TV bereit.

Die maximal Full-HD-großen TV-­Signale muss der Fernseher auf seine 16-fache Displayauflösung hochrechnen. Das führt zu einem etwas weichgezeichneten, aber rauschfreien und farblich ausgewogenen TV-Bild. Einen Schärfegewinn erhält man durch die 30 Millionen Pixel des 8K-Displays beim Fernsehen ebenso wenig wie beim Streamen von 4K-Inhalten. Für die HDR-Wiedergabe unterstützt das 8K-TV das von Samsung entwickelte HDR10+-Format, aber kein Dolby Vision. Bei Netflix wird man deshalb auf das statische HDR10 verwiesen, nur Amazon Prime Video bietet derzeit Inhalte im dynamischen HDR10+-Format an.

Samsungs ­elegante Fern­bedienung Smart Remote hält wichtige Einstellungen auf Direktknöpfen ­bereit.

Lichtfragen

Samsung verspricht mit einer neuen Strom­verteilungstechnik eine höhere Spitzenleuchtdichte gegenüber 2019, was sich in unserem Test nicht bestätigte: Wir haben in einem Bild mit 10 Prozent Weißanteil auf schwarzem Hintergrund am GQ65Q950 rund 1000 cd/m2 gemessen. Die Anzahl der separat dimmbaren Zonen der Hintergrundbeleuchtung wurde von 480 auf 336 Zonen (24 × 14) verringert. Das macht sich etwa beim Abspann in ­Kinofilmen bemerkbar, wo Lichthöfe um Schriften entstehen.

Deutliche Verbesserungen gab es dagegen bei den Einblickwinkeln: Die Farben bleichen von der Seite betrachtet kaum noch aus. Die Mattierung der Oberfläche, die als Streuscheibe auch die Sehrichtungen aufweitet, verursacht ein diagonales Streifenmuster, das man aber nur aus kurzer Distanz störend wahrnimmt. Allerdings sieht man auch aus größerem Abstand die fleckige Wiedergabe einfarbiger Flächen etwa im blauen Himmel oder bei großen weißen Schriften. In unserem Testbild mit einem über die schwarze Schirmfläche fliegenden weißen Ball tauchte im Ball eine Art Schachbrettmuster auf. Dabei dürfte es sich um die nahezu quadratischen Dimmingzonen handeln, die in der kreisrunden Weißfläche aufleuchten. Das wirkt kurios für ein fast 5000 Euro teures Top-Gerät.

Samsung GQ65Q950T

8K-Signale zuspielen

Samsung weist darauf hin, dass der Fernseher nur an HDMI-Port 4 externe 8K-­Signale akzeptiert. Mit der zum Testzeitpunkt aktuellen Firmware Version 1403 nahm das TV von einer AMD Radeon RX6800 zwar 10 Bit breite 8K-Signale mit 120 Hertz und in HDR an, das aber nur mit auf YCrCb 4:2:0 reduzierter Farbauflösung. Die volle RGB-Farbauflösung erhielten wir bis 4K/60 Hertz. Das 8K-Bild erschien nur, wenn wir zwischenzeitlich eine andere Quelle anschlossen – der Grund dafür ist unklar, der Effekt aber reproduzierbar: Ohne „Zwischenquelle“ blieb der Schirm bei 8K-Signalen schwarz. An HDMI 1–3 ließen sich maximal 8-bittige 4K-Signale mit 60 Hertz und voller RGB-Farb­auflösung in HDR zuspielen.

Von einer Nvidia GeForce RTX 3070 konnte das TV an HDMI 4 maximal 10 Bit breite 8K-Signale mit 60 Hertz, HDR und voller RGB-Farbauflösung wiedergeben. Hierzu mussten wir den Fernseher zunächst neu starten. An den anderen drei HDMI-Ports wurden auch an der Nvidia-Karte maximal 8-Bit-Signale mit 4K/60 Hertz bei voller RGB-Farbauflösung und HDR angezeigt – nachdem wir zunächst eine andere Quelle anschlossen.

Fazit

Samsungs 8K-TV GQ65Q950T überzeugt mit seinem eleganten Design, die Einblickwinkel des farbstarken LCD-TVs sind eine deutliche Verbesserung, und in Sachen Bedienung liegt Samsung ohnehin weit vorn. Auch die App-Ausstattung und Hardware-­Zugaben wie die One Connect Box, das Invisible Cable und ein flacher Wandhalter können sich sehen lassen. Letztere unterscheiden den GQ950T wesentlich vom 8K-Modell GQ800T, der nicht ganz so schlank und elegant daherkommt. Allerdings kostet er mit aktuell 2300 Euro auch nur etwa die Hälfte des GQ950T.

Die Bildqualität des GQ65Q950T ist gut, aber nicht überragend. So bleibt das TV mit seinen 336 Zonen deutlich hinter den Dimming-Fähigkeiten von OLED-TVs zurück. Die hohe Leistungsaufnahme des 8K-TV ist der hohen Auflösung geschuldet: Durch die winzigen Pixel dringt einfach weniger Licht an die Displayoberfläche. Samsung hat deshalb diverse Automatiken und zwei Sensoren eingebaut, die die Helligkeit und damit den Energiebedarf des Displays reduzieren. Wer sparen möchte, kann diese nutzen. Noch mehr sparen lässt sich allerdings mit einem guten 4K-TV.

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