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Wegen US-Sanktionen: Huawei will sich auf Software-Entwicklung konzentrieren

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Die Konzentration hinauf Software-Entwicklung soll Huawei zukünftig sichern. Hier wolle Huawei dominieren und damit unabhängig von dieser US-Politik walten können.


    Wegen US-Sanktionen: Huawei will sich auf Software-Entwicklung konzentrieren

(Bild: Rad K/Shutterstock.com)

Von

  • Oliver Bünte

Der chinesische Telekommunikationskonzern Huawei will sich zukünftig stärker auf Software konzentrieren. Dies geht aus einem internen Memo des Huawei-Gründers Ren Zhengfei an die Mitarbeiter seines Konzerns hervor. Demnach fordert Ren dazu auf, es zu wagen, im Bereich Software "die Welt zu führen". Gründe für den Schwenk des Unternehmens von Hardware zu Software sind die Sanktionierung Huaweis durch die USA und ihnen folgenden Staaten, die den Einsatz von Huawei-Komponenten zur Ausrüstung von Mobilfunknetzen entweder teilweise oder ganz ablehnen sowie das für Huawei außerhalb Chinas eingebrochene Smartphone-Geschäft.

Wie die US-Nachrichtenagentur Reuters am Montag berichtet, liege dem Unternehmen das interne Memo von Ren vor, in dem er seinen Mitarbeitern schreibt, dass sich der Konzern künftig auf Software konzentrieren wolle. Die zukünftige Entwicklung im Software-Bereich liege "außerhalb der Kontrolle der USA". Huawei wird so "mehr Unabhängigkeit und Autonomie" haben. Für Huawei sei es aber schwierig, kurzfristig fortschrittliche Hardware zu produzieren, heißt es darinweiter – wohl, weil Huawei ohne die Nutzung von US-Technik nicht weit kommt. Entsprechend wolle man den Aufbau von Software-Ökosystemen wie beispielsweise dem Betriebssystem HarmonyOS, der Cloud-KI Mindspore und andere IT-Systeme forcieren.

Doch ganz so einfach dürfte es nicht werden. Das räumt auch Ren in der Nachricht an seine Mitarbeiter ein. Denn es müsse dazu das richtige Geschäftsmodell im Software-Bereich gefunden werden. Huawei solle dabei auf Open Source setzen. Dazu sollen Mitarbeiter sich in den Open-Source-Communities umsehen, um Anregungen zu erhalten.

Der Schwerpunkt des Konzerns sei es, zunächst im Mutterland China eine stärkere Position zu erreichen. Davon ausgehend wolle Huawei sein "Territorium" ausweiten. Die USA sollen dann möglicherweise ausgeschlossen werden, wie Zen schreibt. Europa, den asiatisch-pazifischen Raum und Afrika will Huawei demnach "dominieren". Man wolle dann selbst Standards setzen, die die USA nicht erfüllen könnten. Zwar wäre Huawei aus dem US-Markt ausgeschlossen, die USA dann aber auch aus den von Huawei dominierten Märkten.

Huawei ist als weltweit tätiger Konzern in die Mühlen der wirtschaftlichen Auseinandersetzung zwischen den USA und China geraten. Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hatte den chinesischen Konzern aus Gründen der nationalen Sicherheit auf eine Schwarze Liste gesetzt. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, Verbindungen zum chinesischen Staat und Militär zu unterhalten und zu spionieren. Huawei bestreitet das. US-Firmen dürfen seitdem nur noch mit Ausnahmeregelungen mit Huawei Geschäfte machen. Netzwerk-Komponenten von Huawei dürfen beim Aufbau des Mobilfunknetzes der USA nicht mehr verwendet werden. Teilweise schließen auch andere Staaten auf Druck der USA Huawei-Komponenten aus ihren Kernnetzen aus.

Auch die damit eingeschränkte Verwendung von Googles Android-Betriebssystem ohne Google-Services auf Huawei-Smartphones macht dem chinesischen Konzern zu schaffen und sorgt für Rückgänge beim weltweiten Smartphone-Absatz außerhalb Chinas. Huawei hatte bereits die Tochtermarke Honor verkauft. Die dadurch verursachten Einschränkungen wirken sich zunehmend auf die Gesamtbilanz aus: Im ersten Quartal 2021 sanken die Umsätze um 16,5 Prozent. Im Schlussquartal 2020 musste Huawei bereits einen Rückgang von 11,5 Prozent hinnehmen. Huawei betont zwar, dass das Netzwerk- und Infrastrukturgeschäft ein stetiges Wachstum verzeichnet, das wegbrechende Geschäft mit Smartphones trifft den Konzern jedoch schwer. Eine Rücknahme der US-Sanktionen ist derzeit nicht absehbar. Zwar hat der amtierende US-Präsident Joe Biden eine Überprüfung der China-Politik seines Amtsvorgängers eingeleitet, Ergebnisse hinsichtlich der Huawei-Sanktionen sind bisher aber weitgehend ausgeblieben.

Huawei hat deshalb damit begonnen, seine Geschäftsaktivitäten auszuweiten, um unabhängig von der restriktiven US-Politik überleben zu können. Dazu gehört beispielsweise die Investition Kooperationen zur Entwicklung selbstfahrender Autos. Hier will Huawei 2021 rund eine Milliarde US-Dollar, etwa 840 Millionen Euro investieren.

(olb)

Quelle: www.heise.de

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